Fakten zu Sportmythen

Wir räumen hier mit ein paar Mythen in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten auf, die sich hartnäckig halten.

  1. Sportler schwitzen weniger

Stimmt nicht. Wie stark man schwitzt, ist genetisch bedingt und damit individuell verschieden. Allerdings lässt sich beobachten, dass übergewichtige Menschen oft eher und stärker schwitzen als dünne Menschen. Weitaus wichtiger ist aber, dass Sportler anders transpirieren: Sie schwitzen schneller und der Schweiß verdampft direkt auf der Haut. Das kühlt den Körper sehr effektiv. Menschen mit geringer Fitness läuft der Schweiß eher am Körper herunter, ohne diesen wirklich zu erfrischen. Bei Sportlern ändert sich auch die Zusammensetzung des Schweißes: Dieser enthält mehr Wasser; Trainierte verlieren also deutlich weniger Elektrolyte als Unsportliche.

  1. Die Fettverbrennung setzt erst nach 30 Minuten ein

Stimmt nicht. Die Fettverbrennung beginnt sofort. Selbst wenn Sie nur eine Runde laufen, verbrennen Sie schon in der ersten Minute ein wenig Ihres Körperfetts. Wie viel Fett verbrannt wird, hängt aber von Ihrer Kondition ab. Bei Sportlern greift der Körper stärker auf die Reserven im Fettgewebe zurück, bei untrainierten Menschen mobilisiert der Körper zunächst anderweitig die benötigte Energie. Wenn Sie laufen, um abzunehmen, sollten Sie den „Nachbrenn-Effekt“ nicht unterschätzen. Denn der Körper kann bis zu 48 Stunden nach Ende der Trainingseinheit noch Fett verbrennen – dieser Mechanismus wird auch durch Essen, Trinken und Schlafen nicht unterbrochen.

  1. Magnesium hilft gegen Krämpfe

Stimmt nicht. Zwar kann Magnesiummangel zu Krämpfen führen. Doch wer sich gesund ernährt, nimmt genügend Magnesium auf. Krämpfe werden meist durch andere Faktoren ausgelöst: zu wenig Schlaf, Flüssigkeitsmangel, Durchblutungsstörungen oder Alkoholkonsum. Auch eine Fehlstellung der Füße kann dazu führen, dass bestimmte Muskelpartien verkrampfen. Dennoch greifen viele Sportler bei einem Wadenkrampf zur Magnesiumtablette. Die Wirkung ist aber zweifelhaft. Handelsübliche Brausetabletten enthalten zwischen 80 und 150 Milligramm Magnesium, notwendig wären aber 600 bis 800 Milligramm. Diese Dosierung würde jedoch zu Durchfall führen. Das wirksamere Mittel gegen verkrampfte Muskeln sind leichte Dehnübungen.

  1. Am Muskelkater ist die Milchsäure schuld

Stimmt nicht. Muskelkater geht auf feine Risse in den Muskelzellen zurück, sogenannte Mikrotraumata. Dagegen hilft nicht mehr, sondern nur weniger und vor allem leichtere Bewegung. Auch Massagen können helfen. Milchsäure hat zu Unrecht einen schlechten Ruf: Sie reichert sich zwar in aktiven Muskeln an, wenn diese nicht genügend Sauerstoff erhalten. Aber statt das Gewebe zu schädigen, hat Milchsäure einen positiven Effekt: Sie unterstützt nämlich die Erholung und Regeneration der beschädigten Zellen, wie dänische Forscher herausgefunden haben.

  1. Seitenstechen entsteht durch falsche Atmung

Stimmt bedingt. Bei Seitenstechen handelt es sich wahrscheinlich um eine Irritation der Nerven in den Zwischenrippen. Die Ursache ist nicht zweifelsfrei geklärt: Neben falscher Atmung können auch eine verminderte Durchblutung von Milz oder Leber oder ein voller Magen Seitenstechen auslösen. Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein krummer Rücken das Seitenstechen begünstigt. Durch die gebeugte Körperhaltung erhöht sich der Druck auf die Bauchhöhle, die Reibung führt zu den Schmerzen. Als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ bei Seitenstechen sollten Sie das Lauftempo reduzieren und dann tief und regelmäßig in den Bauch atmen.

  1. Auf Asphalt laufen schadet den Gelenken

Stimmt nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Aussage, dass harte Untergründe den Gelenken besonders zusetzen würden. Zudem halten Sportmediziner die heutzutage erhältlichen Laufschuhe mit ihrer hohen Stoßdämpfung für kontraproduktiv. Sie verringern nämlich die Aktivität der Muskeln und führen zu einem instabileren Laufen. Nur Gelenke, die einer Belastung ausgesetzt sind, werden ausreichend durchblutet. Ansonsten ernährt sich der Knorpel schlechter und bildet sich zurück. Tun Sie Ihren Gelenken etwas Gutes und laufen Sie ruhig öfter barfuß. Wie der Äthiopier Abebe Bikila, der 1960 in Rom olympisches Gold im Marathon gewann – ganz ohne Laufschuhe.

  1. Beim Golf verletze ich mich nicht

Stimmt nicht. Zugegeben, Golf steht immer noch im Ruf, ein Sport für Nicht-Sportler zu sein. Man bewegt sich eher gemächlich, genießt aber die frische Luft. Verletzungen durch Querschläger oder das 9er-Eisen sind auch eher die Ausnahme. Dennoch klagen viele Amateurgolfer über Schmerzen. Aber diese sind meist auf den Stütz- und Bewegungsapparat bezogen, so eine Studie. Grund dafür ist in der Regel eine falsche Schwungtechnik. Die Überlastung in den Ellbogen, in den Hüften und Knien, aber auch im Rücken oder den Handgelenken führt zu Schmerzen. Um dem vorzubeugen, sollten Golfer eine gute Technik erlernen und durch zusätzliches Fitnesstraining ihre Muskeln stärken.

Neben den vorgestellten Sportmythen gibt es noch zahlreiche schlaue Sprüche zum Thema Fitness. Leider stimmen nur die wenigsten. Lassen Sie sich also nichts vormachen und hinterfragen Sie immer scheinbar „ewig gültige“ Weisheiten. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude an der Bewegung und vor allem viel Gesundheit!