Erworbene Herzklappenfehler

Dieser Artikel soll eine kurze Übersicht über erworbene Herzklappenfehler, sowie hierfür gängige Operationsverfahren geben. Die Hawranke GmbH unterstützt Forschungsprojekte uter anderem mit Ihrer Expertise in diesem Bereich.

Erworbene Herzklappenfehler sind wesentlich häufiger als angeborene. Nach der koronaren Herzkrankheit sind sie die zweithäufigste Indikation für herzchirugische Eingriffe. Die Ursachen erworbener Herzklappenfehler sind rheumatische (nach Infektion mit Streptokokken der Gruppe A) und bakterielle Endokarditis (Staphylokokken und Streptokokken der Gruppe D), der akute Myokardininfarkt (v.a. Mitralinsuffizienz), degenerative Veränderungen (Fibrose etc.), das Libman-Sachs-Syndrom (Endstadium des SLE, Endocarditis verrucosa), Endocarditis fibroplastica (Löffler-Syndrom) und angeborene Bindgewebserkrankungen (Marfan-, Ehlers-Danlos-Syndrom).
Häufig sind mehrere Klappen betroffen (v.a. Aorten- und Mitralklappe), sodass bei einem Eingriff mehrere Klappen versorgt werden müssen.

Folgende Klappenfehler sind zu erwähnen:

Aortenklappenstenose: Die Einengung der linkventrikulären Ausflussbahn führt zu führt zu konzentrischer Hypertrophie des linken Ventrikels/Vorhofs. Sie tritt erworben meist degenrativ/verkalkend bei älter Patienten (über 65 Jahre) auf.
Bei der klinischen Untersuchung finden sich auskulatorisch ein spindelförmiges Systolikum über Aorta und Erb mit Fortleitung in die Karotiden, Pulsus parvus et tardus, ein hebender Herzspitzenstoß und ein gespaltener zweiter Herzton.
Im EKG sind Zeichen linksventrikulärer Hypertrophie zu erkennen. Entscheiden sind Echokardiografie und Herzkatheter.

Aortenklappeninsuffizienz: Die Schlussunfähigkeit der Aortenklappe führt über eine Volumenbelastung des linken Ventrikels zu dessen exzentrischer Hypertrophie. Sie tritt erworben v.a. auf Basis einer Degeneration oder rheumatischer bzw. endokarditischer Klappenentzündungen auf, aber auch bei Dissektion/Dilation der Aorta ascendens oder als bikuspide Aortenklappe.
Die Aortenklappeninsuffizienz bleibt länger asymptomatisch als die Aortenstenose. Oft sind Symptome der pulmonal-venösen Hypertonie (Dyspnoe etc.) führend.
Mitralklappenstenose: Die Einengung der Mitralklappenöffnungsfläche (MÖF) ist meist rheumatischer Genese und führt zur Dilation des linken Vorhofs mit der Gefahr des Vorhofflimmerns (VHF) und seinen Komplikationen (v.a. Thromboembolien). Weitere Folgen sind pulmonale Hypertonie und Rechtsherzinsuffizienz. Klinisch: Dyspnoe, Leistungsminderung.
Mitralklappeninsuffizienz: Die Schlussunfähigkeit der Mitralklappe führt zur Druck- und Volumenbelsatung des linken Vorhofs durch chronisches Pendelblut. Daraus entstehen die gleichen Folgen wie bei der Mitralklappenstenose. Klinisch: Langes beschwerdefreies Intervall, Belastungsdyspnoe und Leistungsminderung.
Trikuspidalklappenfehler: Isoliert sind erworbene Klappenfehler des rechten Herzens selten (Bsp..: bei Rechtsherzbelastung, i.v. Drogenabusus). Sie treten meist in Kombination mit weiteren Vitien auf. Eine Operation ist bei isolierter Trikuspidalinsuffizienz meist nicht notwendig.

Operationsverfahren

Klappenerhaltene Verfahren
Plastische Eingriffe sind vor allem bei den AV-Klappen geeignet.

Kommissurrotomie / Klappenmobilisierung: Trennung der Verschmelzungen (freie Beweglichkeit, v.a. Mitralstenose)

Plastische Rekonstruktion: bei Insuffizienzen geeigneter Morphologie, bei guter Geometrie prognostisch günstiger Klappenersatz.

Klappenersatz
Das Herz wird blutleer eröffnet und nach Entnahme der zu ersetzenden Klappe die neue Klappe im Anulus eingenäht.
Mechanische Klappen (Kunstklappen): Mechanische Klappen besitzen nahezu unbegrenzte Haltbarkeit. Nachteile sind, je nach Klappe, Geräusche und die lebenslang notwendige Antikoagulation mit Cumarinen
– Kugelklappen
– Flügelklappen (z.B. Björk-Shiley)
– Doppelflügelklappen (z.B. Edwards, Mira)

Biologische Klappen
Es werden Schweineklappen (Hancock) oder industriell gefertigte Klappen aus Schweine- / Rinderperikard verwendet. Physiologische Flussverhältnisse – keine Antikoagulation notwendig, allerdings geringere Haltbarkeit. Eine Degeneration setzt circa nach 10-15 Jahren ein.
Homograft/Allograft: Ein Homograft ist die Herzklappe eines verstorbenen Menschen. Die Operation ist allerdings aufwendiger als bei den biologischen Klappen und teilweise bei ausgedehnter Endokarditis angewendet.
Ross Operation: Bei diesem Verfahren wird die Aortenklappe durch die eigene Pulmonalklappe des Patienten ersetzt (Autocraft). Die Pulomonalklappe wird widerum durch ein Allograft ersetzt. Der Idee dieser OP liegt zugrunde, dass Allograft an Pulmonalpositionen in geringeren Maße degeneriert. Dieses soll im Bezug auf junge Patienten/Kinder angewandt werden, wird aber kontrovers diskutiert.
Postoperative Komplikation: Klappenausriss, paravalvuläres Leck, Nahtdehiszenz, Prothesendokarditis (1-5% in den ersten 5 Jahre, 70% Letalität), Prothesenthrombose.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Fachartikel einen Überblick zu den verschiedenen Operationsverfahren bei erworbenen Herzklappenfehlern verschafft hat. Es gilt noch folgende Punkte zusammenzufassen:

– Erworbene Klappenfehler sind häufiger als angeborene.
– Die häufigsten Ursachen sind degenerativer und entzündlicher Natur.
– Wichtige diagnostische Maßnahmen sind neben der Auskulation die Echokardiografie und die Herzkatheteruntersuchung.
-Symptometrias der Aortenstenose: AP, Synkopen und Belastungsdyspnoe.
– An Aortenposition erfolgt in der Regel der Klappenersatz mit mechanischen und biologischen Klappen, während an den AV-Positionen neben dem Ersatz ggf. klappenerhaltende Eingriffe durchgeführt werden können.

Rezeptfreie Schmerzmittel

Die Wahl des bestmöglichen Schmerzmittels hängt von den Symptomen ab.

ASS= Acetylsalicylsäure ist geeignet bei leichtem bis mäßigen Schmerzen. Es verzögert die Blutgerinnung, bei Zahnschmerzen sollte es nicht zur Anwendung kommen, da eine blutige Zahnbehandlung dadurch folgen kann.

Unter 12-jährige dürfen ASS nicht nehmen, speziell bei Virusinfektionen wie Windpocken zum Beispiel, denn es drohen lebensgefährliche Risiken. Sie sollten ebenfalls vorsichtig sein, wenn sie Asthma oder Magenprobleme haben.

Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen sind ebenfalls geeignet bei leichten bis mäßigen Schmerzen, sowie bei Arthrose oder akuten Gelenkbeschwerden. Patienten sollten zur Schonung des Herzens und der Magen- und Darmschleimhäute diese Mittel kurzzeitig und niedrig dosiert einnehmen.

Paracetamol in der 500 mg Tabletten Darreichung eignen sich gut für Erwachsene und in teilbarer Form auch für Kinder- und Jugendliche ab 17 Kilo Gewicht bei leichten Schmerzen.

Bei Störung der Leberfunktion ist von der Einnahme von Paracetamol abzuraten.

Nehmen sie alle Schmerzmittel nur kurz ein, und fangen Sie mit der geringsten Dosierung an. Sollten sich die Schmerzen nicht bessern konsultieren Sie auch hier einen Arzt und beachten sie die Warnhinweise im Beipackzettel und auf der Verpackung.

Die preiswertesten Rezeptfreien Mittel

Acetylsalicylsäure 500mg, 20 Tabletten Preis in €
Ass 500 1A Pharma Tabletten2,12 €
Ass Stada 500mg Tabletten2,99 €
Ibuprofen 200mg, 20 Tabletten
Ibudex 200mg, 20 Tabletten2,26 €
Ibuprofen AbZ 200mg Filmtabletten2,86 €
Ibuprofen 400mg, 20 Tabletten
Ibuprofen-ADGC 400mg, Folmtabletten1,98 €
Ibuprofen 400mg Akut Fair-Med Healthcare Filmtabletten3,12 €
Diclofenac 25mg, 20 Tabletten
Diclofenac Zentiva 25mg Filmtabletten9,25 €
Diclac Dolo 25mg überzogene Tabletten9,97 €
Naproxen 22mg, 20 Tabletten
Naproxen Schwörer Filmtabletten6,69 €
Naproxen Ratiopharm Schmerztabletten7,97 €
Paracetamol 500mg, 20 Tabletten
Paracetamol 500 1A Pharma Tabletten1,34 €
Paracetamol Sophien 500, Tabletten1,34 €

Wir zeigen jeweils die zwei günstigsten Mittel gleicher Zusammensetzung. Die Preise stammen aus der Lauer-Taxe, dem unverbindlichen Preis-Verzeichnis der Apotheken.

Stand Mai 2018

Ärzteversorgung

Ärzteversorgung

 

18 Versorgungswerke sind für die Renten der Ärzte verantwortlich. Je nach Werk liegt das Rentenbeginnalter bei 65 bis 67 Jahren. Einen gleitenden Übergang in die Rente ist nur bei wenigen möglich.

 

Die berufsständischen Versorgungswerke gelten als Top Absicherung für Freiberufler und Arbeitnehmern mit klassischen Kammerberufen. Dazu zählen Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte und Architekten. Über die jeweilige Kammer sind alle Mitglieder pflichtversichert. Die höchste Mitgliederzahl haben die 18 Versorgungswerke der Ärzte, circa 400 000 Mitglieder.

Es gibt große Unterschiede bei den Übergangsregelungen, so können Ärzte des Landesversorgungswerks Hessen mit 65 Jahren die reguläre Rente beziehen. Bei der Bezirksärztekammer Trier gilt erst mit 67 Jahren für alle ab 1985 geborenen.

Des Weiteren bieten nur 11 der 19 Versorgungswerke die Möglichkeit von Teilrenten an.

Die Lebensläufe für Ärzte haben sich ebenfalls verändert, ein Job- und Ortswechsel ist heutzutage üblich. Kommt es dazu ist es wichtig die erwartbare Rente im Vergleich zu den anderen Versorgungswerken und zur gesetzlichen Rente einordnen zu lassen.

 

Einen Einblick verschafft der Infobrief Nr. 24 vom November 2017, dort vergleicht die Berliner Ärzteversorgung anhand eines fiktiven Beispiels ihre Rente mit der aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei gleicher Beitragszahlung zwischen 1982 und Mitte 2017 läge die Bruttorente der Berliner Ärzteversorgung bei 2.459 € im Monat, hingegen die der gesetzlichen Rentenversicherung bei 1.533 € (Details siehe www.vw-baev.de, Reiter ‚“Wegweiser“).

Was die Berliner Ärzteversorgung bei Ihrer Beispielrechnung außen vor lassen ist, das die gesetzliche Rentenversicherung für seine Mitglieder einen Zuschuss von derzeit 7,3% zur Krankenversicherung zahlt, diesen bekommen Ärzte nicht. Den noch fällt die Berechnung gut 50% höher für die Ärzte Versorgung aus.

Eins zu Eins vergleichbar sind die Systeme aber nicht. Die Versorgungswerke der Ärzte bieten auch umfangreichere Hinterbliebenen- und Invaliditätsabsicherung als die gesetzliche Rentenversicherung an. Dafür hat die gesetzliche Rentenkasse ein breiteres Leistungsangebot, neben den Zuschüssen zur Krankenversicherung zählen auch umfassende Reha Leistungen und die Anerkennung von Erziehungszeiten für die Rente, von der auch Ärzte die Möglichkeit haben zu profitieren.

 

Grund für die Unterschiede ist ein anderes Finanzierungsmodell. Die gesetzliche Rentenversicherung ist als reines Umlageverfahren konzipiert.  Bis auf eine kleine Reserve werden alle Beiträge an die jetzigen Rentner ausgezahlt. Die Versorgungswerke der Ärzte nutzen das sogenannte „offene Deckungsplanverfahren“. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Umlage und Kapitaldeckung. Ein Teil der Mitgliedsbeiträge wird an Kapitalmärkten angelegt. Diese daraus resultierenden Gewinne finanzieren die Renten mit.

Wieviel von den Beiträgen als Umlage oder Kapitaldeckung genutzt wird, kann jedes Versorgungswerk selber entscheiden.

Am besten können sie sich einen Überblick verschaffen indem Sie die Satzung ihres Versorgungswerkes und die Rentenmitteilungen prüfen. Haben Sie auch Ansprüche, oder Anwartschaften bei der gesetzlichen Rentenversicherung, können Sie auch deren Altersvorsorgeberatung nutzen. Diese berücksichtigt alle Rentenansprüche, ob privat, gesetzlich oder Versorgungswerk.

Termine hierzu können Sie online vereinbaren unter www.eservice-drv.de oder telefonisch unter 0800-1 00 04 80 24.

 

Checkliste für einen guten Reiserücktrittsversicherungsvertrag

Hier die wichtigsten Kriterien für eine Reiserücktrittsversicherung oder einen Zusatzschutz via Kreditkarte. Prüfen Sie die Versicherungsbedingungen auf diese Punkte:

  • Keine Selbstbeteiligung
  • Ereignisse: Neben Krankheiten, Unfall und Tod sollten auch Schwangerschaft, Verlust des Arbeitsplatzes oder dessen Wechsel versichert sein. Ebenso sollten Eigentumsschäden als Ereignis (Einbruch, Wasserschaden etc.) mit einbezogen sein.
  • Reiseabbruch: Die Kosten für einen Reiseabbruch- oder verlängerung sollten ebenfalls abgedeckt sein.
  • Risikopersonen: Mitreisende sollten ebenfalls mit abgesichert wsein, neben den Angehörigen oder Lebenspartner.
  • Familientarif: Hier sollten auch die bereits volljährigen unterhaltsberechtigen Kinder mitversichert sein.

Beim Schutz über die Kreditkarte:

  • Auch wenn nicht die Gesamte Reise über die Kreditkarte bezahlt wurde, sollten die Kosten erstattet werden.
  • Versicherte Personen: Prüfen Sie , wer alles versichert ist, und ob die Personen auch ohne mitreise des Karteninhabers versichert sind
  • Reisezeitraum: Prüfen Sie ob Reisedauer und Versicherungsschutz sich decken und ausreichend für Ihren Bedarf sind.

Insurtechs – Zwischen Online-Shops und Online-Maklern fehlt der disruptive Faktor

Artikel veröffentlicht am 10.05.2017, im Versicherungsboten, Link zum Artikel:http://www.versicherungsbote.de/id/4854228/Insurtech-Versicherung/?xing_share=news

Insurtechs werden als Bedrohung für “traditionelle” Versicherer wahrgenommen und haben einen wahren Hype in der Branche ausgelöst: Viele Versicherer orientieren sich an den Marktteilnehmern und gründen eigene Start-up-Schmieden. Doch ist der Hype berechtigt? Mit Innovationen können die heutigen Insurtechs selten punkten, kommentiert Vertriebsexperte Peter Hawranke, Geschäftsführer der Hawranke UG.

InsurTech ist ein in der Branche neben dem Wort Digitalisierung viel gebrauchter Begriff, wobei diese Firmen lediglich ein Teil der Digitalisierung darstellen. Hierzu sollten wir erst einmal definieren, was InsurTech bedeutet. In der Studie „Zukunft von InsurTech in Deutschland – InsurTech-Radar“ von Oliver Wyman und PolicenDirekt wird der Begriff wie folgt gefasst:

  • InsurTech betrifft Versicherungsprodukte, deren Vertrieb und den laufenden Versicherungsbetrieb.
  • InsurTech wird von neuen, nicht etablierten Unternehmen/Start-ups bzw. industriefremden Unternehmen angeboten.
  • Insurtech basiert auf neuen, digitalen Technologien zur Bereitstellung und Erbringung von Leistungen – also von Web-Technologien über neue Programmierverfahren bis hin zu Daten-Analysetechnologien, die bestimmte Geschäftsmodelle erst ermöglichen.

Aber trifft diese tatsächlich auf alle unter InsurTechs gennanten Unternehmen zu? Bezüglich des letzten Kriteriums, wonach die Firmen mit neuen Technologien bestimmte Geschäftsmodelle erst ermöglichen, drängen sich Fragen auf.

Viele Unternehmen haben den Begriff Insurtech nicht verdient

In einer Studie des Analyse- und Beratungshauses KPMG heißt es: „Wir haben bei den InsurTechs kaum etwas gefunden, was mehr gewesen wäre, als Teile des bisherigen Geschäftsmodells von Versicherern mehr oder weniger 1:1 zu digitalisieren. Von echten Innovationen oder gar disruptiven neuen Modellen lassen sich gegenwärtig lediglich erste verhaltene Ansätze feststellen.“ (KPMG Studie, Digitalisierung und Cyber, 2017)

Ein weiteres akademisches Papier von der Hamburg School of Business Administration (HSBA) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und bietet gleichzeitig eine Lösungsperspektive an, basierend auf vorhandenen Technologien, deren Möglichkeiten bislang noch nicht oder nicht im vollen Umfang genutzt werden. Die Arbeit nennt unter anderem die Kombination von verschieden Sensoren, etwa visueller Technologie vernetzt mit Robotik und künstlicher Intelligenz, welche neue Geschäftsfelder generieren könnte. Mit anderen Worten: Die meisten Anbieter auf dem Markt haben die Bezeichnung InsurTech gar nicht verdient.

Es gibt auch keinen echten Online-Versicherer, die ihre Produkte tatsächlich nur in digitaler Form vertreiben. Es gibt lediglich eine Menge Online-Shops für Versicherungsprodukte.

Bei der HSBA-Recherche ist auch aufgefallen, dass die meisten Anbieter inklusive Versicherungsunternehmen Ihren Fokus auf das Privatkundengeschäft gerichtet haben. Das Gewerbegeschäft wird hingegen bis auf von wenigen Ausnahmen wie zum Beispiel bei Hiscox nicht online zum “Instant-Abschluss“ angeboten. Ein Fehler? Könnte der Gewerbekunde nicht auch die gleichen Services moderner Technik nutzen wollen?

Vorschläge für eine breitere Nutzung liegen bereits vor, die eine flexible Kombination von Technologien, Produkten und Services für Privat- und Gewerbekunden nutzbar machen würden, wie ein Thesenpapier der HSBA mit dem Titel “Revolution – Insurance 4.0” aufzeigt.

Die jetzigen Online Shops für Versicherungsprodukte und Online Versicherungsmakler sind eigentlich obsolet und sind nicht der disruptive Faktor, der geignet wäre etablierte Geschäftsmodelle zu verdrängen und den die Branche nach heutigem Stand brauchen würde.

Persönlich beratende Vermittler noch immer wichtigstes Vertriebsfundament

Auch Angst brauchen die Vermittler nicht haben, denn Sie bilden mit ihrer persönlichen Beratung immer noch das Vertriebsfundament für die Versicherungen. Grund hierfür ist, dass es einem Menschen eher gelingt einen anderen Menschen zu überzeugen und auch zu motivieren, als dies einer Maschine oder Software möglich ist. Nur zehn Prozent der deutschen Kunden schließen eine Versicherung ohne persönliche Beratung ab, so das Ergebnis einer YouGov-Befragung (der Versicherungsbote berichtete).

Deutschland ist bezüglich der Finanzierung von InsurTechs weltweit auf Platz 2 mit 6 Prozent, wobei die USA als Erstplatzierte mit 59 Prozent einen deutlichen Vorsprung hat, so eine CBInsights-Studie von 2017. Aber auch in den USA sind diese nicht wirklich innovativ. Der Hype für InsurTechs kann durch Priming erklärt werden, also das wiederkehrende Wachrufen bestimmter Assoziationen, wenn immer wieder Artikel veröffentlicht werden, die die These aufstellen, das alle Versicherer InsurTechs werden sollten.

Aber wer ist dann der Risikoträger der Produkte und wickelt die Schäden ab, wenn alle Versicherungsmakler sind? Wenn Geschäftsmodelle darauf beruhen lediglich kurzfristig für Versicherer und Investoren “sexy“ zu sein, um dann gewinnbringend verkauft zu werden, dann machen die meisten InsurTechs es richtig. Viele Insurtechs konnten Versicherer als Geldgeber gewinnen, so dass zum Beispiel die Allianz bei Simplesurance (Schutzklick) investiert hat.

Es gibt auch positive Beispiele. Komplexe und durchdachte Konzepte wie zum Beispiel Friendsurance haben ihre Daseinberechtigung und könnten durch den Einsatz und Ausbau von Technologien und Services die Gewinner auf dem umkämpften Start-up-Markt sein. Bezüglich der Besucherzahlen der letzten 6 Monate von 2016 landete das Unternehmen mit einem Traffic von 190.500 Zugriffen auf Platz 1 (zum Vergleich: Platz 2 Finanzchef24 mit 68.400 & Platz 3 Schutzklick mit 47.200 Besuchern im gleichen Zeitraum. Quelle: getsurance, 12/2016). Der Traffic läßt Annahmen über die Abschlussquoten und Conversions-Raten zu, die im einstelligen Prozentbereich sein dürften.

Mehr Anstrengungen gefragt

Um tatsächlich innovative und disruptive InsurTechs und Versicherer zu schaffen, müssten hierfür nicht nur die Ausgaben für IT erhöht werden, die sich seit 2011 nur wenig verändert haben, sondern es müßte auch in die Entwicklung neuer Geschäftsfelder für Produkte und Services investiert werden, die über den gewohnten Versicherungshorizont hinausgehen. Dabei reicht es nicht Innovationsräume zu schaffen, die zu weit weg vom Mutterhaus sind. Nein, jede Abteilung sollte aktiv sein und nach Lösungen unter einer geführten Moderation diese ausarbeiten und in die Praxis umsetzen. Doch meistens ist dieses Projekt mit eigenem Personal aufgrund der Auslastung kaum umsetzbar.

Die InsurTechs haben einen entscheidenen Vorteil gegenüber Versicherungen, da Sie keine “Altlasten“ und „Albestände“ berücksichtigen müssen, wenn Sie neue Ideen umsetzen wollen. Die Versicherer haben aber einen riesigen Vorteil gegenüber den InsurTechs, einen starkes Offline- Vertriebsnetz. Wenn das Vertriebsnetz und die Mitarbeiter mit den Implementierungen von neuen Produkten und Services gepaart mit Technologien mitziehen, haben die InsurTechs das Nachsehen, da sie selbst in der Regel nicht die Produktgeber sind.

Die InsurTechs wurden insofern gebraucht, das sie – einfach gesagt – den Versicherungen aufgezeigt haben, das es das Internet gibt, und das man dort auch Versicherungen verkaufen kann. Jetzt bleibt nur die Frage, werden die InsurTechs den Sprung wagen echte Disruptoren zu werden, oder holen sich die Versicherungen das Geschäft ins eigene Haus und startet eine eigene Revolution oder sogar eine Evolution um die Marktanteile? Wer Marktteilnehmer ist, sollte dennoch nicht nur zuschauen, sondern aktiv sein eigenes Geschäft entsprechend für die Zukunft um- bzw. ausbauen.

 

Was ist eigentlich Digitalisierung?

Das Wort Digitalisierung wird viel verwendet und von vielen Akteuren lediglich mit neuer Technologie oder auf  „Online Services“ beschränkt.

Ich persönlich ziehe die folgende Definition vor, und verwende diese auch als Grundlage für alle meine akademischen und beruflichen Arbeiten zum Thema „Digitalisierung.“

„Digitalisierung ist die Transformation von Prozessen, Produkten, Dienstleistungen bis hin zur Transformation von kompletten Geschäftsmodellen/Institutionen unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien mit dem Ziel, effektiv und effizient Wert zu schaffen.“

Daher ist Digitalisierung nicht gleich zu setzen mit dem Ziel Menschenleere Büros oder Fertigungshallen zu schaffen, sondern geht es darum die Kombination aus verschiedenen Faktoren zu einer höchstmöglichen Effektivität und Effizienz auszubauen.

Selbstverständlich sehe auch ich das bestimmte Tätigkeiten und Berufe gefährdet sind auszusterben, glaubt man den Oxford Papier hierzu, dann sind 702 Berufe davon betroffen, glaubt man der Nürnberger Studie, dann sind es gerade mal 9%.

Ich persönlich bin davon überzeugt das viele einfache Tätigkeiten von Technologien übernommen werden, und von noch spezialisierteren Fachkräften überwacht und gewartet werden. Da komplexere Technologie auch voraussetzt Personal zu haben, das diese Technologien auch versteht.

Müssen wir deswegen alle Programmierer sein? Nein, aber Grundkenntnisse sollten heute Teil einer jeden Schulausbildung sein, um wie bei einer jeden Sprache, die Struktur und Grammatik nachvollziehen zu können und Fehler zu erkennen, wenn zum Beispiel ein Semikolon oder anderes Zeichen im Editor einfach fehlt und daher die Programmierung nicht entsprechend ausgeführt wird.

Sicherlich helfen dort Debugging Assistenen, doch wenn man die Sprache nicht kennt, kann man den Fehler auch nicht beheben.

Ich plädiere daher für ein neues Pflichtschulfach hierfür, das auch in der Ausbilding und im Studium weitergeführt wird, da Textverabeitungsprogramme und Excel Listen bearbeiten zu können bald schon nicht mehr ausreichen wird.

Die Frage hier ist nur bekommen wir genug qualifizierte Lehrer zusammen bzw. zeitnah ausgebildet?

Wir sollten keine Angst haben vor den neuen Technologien am Arbeitsplatz, wir sind genauso gefordert, denn so intelligent sind diese Technologien noch  nicht um alle Cognitven Menschlichen arbeiten zu übernehmen.

Im Grunde sind diese Technologien „Fachidioten“, denn sie sind sehr gut in einem Bereich, aber mehr auch nicht. Das heißt, sie können Schach spielen wie kein anderer, aber benötigen immer noch einen Menschen um die Figuren auf dem Brett entsprechend zu bewegen (Deep Blue).

Wir sollten Digitalisierung neu betrachten und vom Science Fiction zurück in die Gegenwart kommen, und hier neue Ansätze finden, statt weit weg von der Realität zu diskutieren. Wir sollten uns nicht vom Marketing blenden lassen, denn auch Technologie Anbieter wollen und müssen auch verkaufen.

Daher sollte man unbedingt so nachharken, wie Versicherungsmitarbeiter es gewohnt sind kritisch von Ihren Kunden befragt zu werden.

Nicht alles läuft einwandfrei wenn es neu auf den Markt kommt, und nichts ist günstiger als die Technologie in der „Realität“ von echten Kunden testen zu lassen, die auch noch dafür bezahlen.

Peter Hawranke, März 2017

Insurance Zombies – Warum einige Versicherungen sterben werden

von Peter Hawranke

Es gibt viele Versicherer und Versicherungsvermittler die Ihre Methode der Geschäftsentwicklung bis heute gar nicht oder nur in kleinen Teilbereichen geändert haben. Diese Versicherer und Vermittler beziehen sich auf die Vergangenheit und Gegenwart die für Sie nach wie vor zufriedenstellend ist und daher entgegen empirischer Belege und Studien, davon ausgehen, das es immer so weitergeht.

Doch im Grundegenommen sind diese Versicherer und Vermittler schon tod. Sie werden derzeit noch von Ihren alten Beständen getragen und den dort durch Vertragsumstellungen, Prämiendynamiken etc. am Leben erhalten und Werten diese Zahlen als “Neugeschäft”.

Beitragsanpassungen, Bestandsgeschäfte etc. als Neugeschäft zu buchen ist nichts anderes als das sogenannte “Fair Value Accounting“. „Fair Value Accounting“ ist in der IFRS 13 geregelt (International Financial Regulation Standards) die es erlaubt ein Asset eines Unternehmens (Patent, Marke, Maschinen, Gebäude etc.) anhand des möglichen Verkaufspreises anhand des gegenwärtig möglichen Marktwertes in der Bilanz aufzuführen. Dieses ermöglicht es Unternehmen in der Bilanz finanziel besser auszusehen, da diese Annahmen des „Fair Value“ nicht gesichert sind und oft zu optimistisch angegeben werden. Dieses ist einer der Gründe für plötzliche Pleiten von scheinbar starken Firmen, besonders in den Anglo-sächsischen Ländern.

Das tatsächliche Neugeschäft wird dadurch bei Versicherer und Versicherungsvermittlern positiver dargestellt, als es tatsächlich ist. Das wird sich aber mit dem Wegsterben der Kunden aus demographischen Gründen und den Generationenwechsel bei den Unternehmen ändern. Das tatsächliche Neugeschäft mit jungen Kunden (18-29 Jahre) machen andere, die Versicherungen eher als Zusatz verkaufen zu Ihren eigentlichen Produkten.

Somit sind die Versicherungen und Vermittler ohne neue Strategie-, neue Produkt- und Marketingansätze bereits die lebenden Toten – Insurance Zombies.

Diese Gesellschaften und Vermittler „Insurance Zombies“ zu nennen, basiert in der Anlehnung auf den Begriff der „Unternehmen Zombies“ ein Begriff aus der Wirtschaftswissenschaft der hier Unternehmen nebst Banken meint, die im Grunde nicht mehr Wettbewerbsfähig sind, doch wegen der Null- und Negativzins Politik überleben.

Aber vielleicht ist es genau was wir brauchen in der Versicherungswelt, eine Evolution, die auf den Tod der „Insurance Zombies“ aufbaut, wie es auch in der Wirtschaft auch vor der gegenwärtigen Zinspolitik üblich war. Die nicht mehr wettbewerbsfähigen gehen insolvent und die Zukunftsfähigen Versicherer kaufen die Bestände  auf und optimieren diese, und profitieren von den günstigen Bestandseinkäufen.

Die Problemmatik liegt auch in der Zusammenstellung

Die Problematik besteht in der Regel darin, das nicht nur vom Management der Versicherer und Vermittler die Problematik erkannt, Verstanden und auch mutig umgesetzt werden muss, sondern das Hauptproblem ist das die „Think Tanks“, „Projekt Gruppen“ etc. entweder zu Versicherungstechnisch denken, oder zu weit weg vom Versicherungsgeschäft sind.

Dieses kann man an den Insurtecs gut beobachten, da diese meistens von Versicherungsfernen- oder nahen Management gelenkt werden. Viele dieser Insurtecs haben aber bisauf einen „Online Sales Channel“ keine wirklichen Innovationen gebracht, obwohl technisch möglich. Selbst die Produkte basieren in der Regel auf bestehende Risikodeckungen die lediglich mit einer Erweiterung der Deckung oder Einschluß eines weiteren Risikos bedacht worden sind. Innovation und Produktentwicklung einer Versicherung sollte mehr als nur in den Bedingungen rumschreiben zu sein.

Auch hier beruht das Modell auf Profitablen Komfort anstatt den Markt tatsächlich langfristig zu verändern. Somit sind viele Insurtecs nur Geldvernichtungsmaschinen für die Versicherer, und sind nur für die Betreiber und Investoren profitabel sofern diese den Verkauf zur Rechten Zeit schaffen. Das ist Investmentstrategie und keine Businessstrategie auf lange Sicht, die ein Versicherer und Vermittler haben sollte.

Dabei sind die verantwortlichen in den jeweiligen Unternehmen in der Regel hoch intelligente Menschen, doch „high intelligence does not make people immune to biases“ (Kahneman, Seite 49, 2012). Genau hier beginnt Management und besonders Change Management.

Jeder ist beeinflusst durch „Systemische Einflüsse“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 71- 76, 2012), „Soziologische Aspekte“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 77- 80, 2012), sowie durch „die Ausbildung der Unis und Business Schools“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 131-132, 2012).

Aber was ist erforderlich um diesen entgegen zu wirken in der Praxis? Eine These könnte aus dem Bereich Compliance hierfür nützlich sein. “Diversity mindert das Risiko von Regelverstößen eher als ein Team aus Führungskräften, die alle gleich ticken, zum Beispiel sehr technik verliebt sind und damit Erfolg haben“. (Jutta Rump, Personal Magazin, Seite 2, 2016)

Dieses angewandt für die Versicherungsbranche würde aus meiner Sicht bedeuten, ein Team von verschiedenen Experten [Unternehmensberater, Programmierer, UI Designer, IT, Marketing, Produktentwickler, Insurtec (je nach Projekt), Juristen, Aktuare, Hauptabteilungsleiter und einen externen als Moderator und Projektleiter (dieses kann auch eine externe Beratungsfirma übernehmen)]. Diese Vielfalt auch von Ansichten und herangehensweisen, kann ein weitreichenderes Ergebnis erzielen, als eine seperate oder eintönige Zusammenstellung eines Projektteams.

Sicherlich ist es nicht einfach ein solches Team zu leiten, daher ist es wichtig das von Anfang an gewisse Spielregeln festgelegt werden, die der Moderator dann begleitet und für deren Einhaltung sorgt. Eine wichtige Basis hierfür wäre die Aussage: “Be hard on the Problem, soft on the people” (Harvard Concept, Seite 55, 2012). Vermeidung von Emotionen sollte oberstes Gebot sein, so dass die Sache und Problemlösung ohne Politikum und persönliche Interessen vorangebracht wird und der Fokus im Team effizient darin liegt.

Ich empfehle, das die Teams auch in einer lockeren Atmosphähre Meetings abhalten, da dieses den Teamgeist, Vorurteile und persönliche Barrieren auflösen kann.

Mit Externen redet es sich oft leichter, daher sind Externe unbedingt einzubinden um Ideen aus den eigenen Reihen auch wahrzunehmen, die unter Umständen in den eigenen Reihen aus verschiedenen Gründen nicht kundgetan würden (Hierachie, Karriere Angst etc.).

Programmierer und IT Experten kommunizieren anders als Versicherungsmanager, daher ist es wichtig einen Moderator zu haben der auch gleichzeitig Mediator ist und für beide Seiten übersetzt und ausgleicht.

Technologien einbinden

Das Team sollte via Impulsvorträge inspiriert werden, die neue Technologien, Case Studies vorstellen, die manchmal wie Science Fiction sich anhören, aber dann doch näher an der Implementierung sind als angenommen. Ein Beispiel hierfür wäre der Volocoptor aus Deutschland oder Ehang 184 aus China, die autonomes Fliegen ermöglichen und kurz vor der Serienfertigung stehen. Hierzu habe ich bereits aus Versicherungstechnischer Sicht eine 7 seitige Einschätzung geschrieben, die ich gerne gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro teile.

Diese Technologien und Erneuerungen gehen an den Versicherungen und Ihren Think Tanks etc. ohne weitere Prüfung vorbei, dabei haben allein die beiden erwähnten Technologien ein disruptives Potenzial, wie das Automobil und Flugzeug zuvor, es verbindet beide Transportmöglichkeiten. Was das für eine Chance und auch Risiko für die Versicherungsbranche ist, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Auch das “Internet der Dinge“ bietet viele Chancen für die Versicherungen und neue Produktansätze. Kunden werden durch “Priming“ bereits von großen Unternehmen aus Handel und Technik hierfür sensibilisiert. „Priming“ ist eine Unterschwellige Beinflussung die wir aus Werbung und Marketing Aktionen kennen. Denn was wir kennen und immer wieder gesehen haben, wird vertraut und somit schwindet die Entscheidungshürde zum Erwerb. Denken Sie an ein Kreuzworträtsel. In einer Studie wurden die Priming Effects untersucht und je nachdem mit welchen Themen und Wörtern die Testpersonen geprimed wurden „Eat or Wash“ wurde dann auch das Kreuzworträtsel gelöst: „So_p oder So_p (Soup or Soap) [Kahneman, Seite 52-53, 2012].

Smart Homes sind eine tolle Präventionsmaßnahme, dennoch gibt es nur wenige in der Versicherungsbranche die sich intensiv und Ernsthaft mit diesen Möglichkeiten beschäftigen. Es gibt nun im Markt einen ersten Ernsthaften Versuch als Pilotprojekt eines öffentlichen Versicherers, der in die Richtige Richtung geht, aber meiner Ansicht nach könnte bei zu Hilfe nahme der Gerätehersteller und Sensorenproduzenten, dieses noch effizienter ausgebaut werden. Ein simpler Fenster- oder Rauchsensor über den Router verbunden reicht nicht aus, sondern kann nur als Anfang gesehen werden. Das ist nicht Prävention, das ist nur eine schnelle Übersendung der Schadensanzeige und man ist Live dabei wenn die Küche abbrennt.

Prävention sollte vor dem Schadeneintritt beginnen, dazu gibt es Technologien und Analyse Tools, die dieses können, nur haben viele Hersteller nicht dabei an Versicherungsfälle gedacht geschweige an Versicherungen überhaupt. Eine Zusammenführung der Technologien mit Schnittstellen der verschiedenen Hersteller könnte zu  einer erheblichen Schadenkosten Reduktion führen, und im Notfall ist der Kunde eben versichert. Hier könnten Versicherungen Technologien zusammenführen, da Sie eine Risikoaffinität haben, an die Techniker und Hersteller nicht in Traum daran denken, aber einen echten Mehrwert für alle beinhalten würde.

Versicherungen wären dann der „Notnagel“, und die Technologie, der Service, Assistance das Hauptprodukt.

Es gibt viele Ansätze und Lösungen, und mir ist bewusst wie schwer es ist dieses innerhalb der Unternehmensstrukturen durchzusetzen und ausreichende Finanzielle Mittel dafür zu bekommen, da die Prioritäten im „Alten“ liegen.

Dennoch habe ich selber erfahren, das bei aller Skepsis von Ideen meiner Person, viele dann sehr gut und Ertragreich funktioniert haben. Es ist Entscheidend mutig zu sein und seinen Weg trotz aller Skepsis, auch von den eigenen Vorgesetzten, weiter zu machen. Sobald es implementiert, und erfolgreich verkauft wird, sind alle wieder begeistert. Dann ist es Zeit den Wachstumsplan vorzulegen, der schon die ganze Zeit in der Schublade lag, sowie eine weitere neue Idee. Doch erstmal muss man diese Durststrecke überwinden. Daher rufe ich Sie alle auf: Seien Sie mutig, strecken Sie Ihren Kopf aus dem Alltag heraus und schauen Sie was alles so passiert um Sie herum!

Gerne gebe ich Ihnen auch hierzu ein paar Inputs wenn Sie interesse haben. Ideen beginnen nicht selten mit dem Austausch und dem Offen sein für Neues.

Die die dieses nicht tuen werden, werden wie die Zombies einfach sterben, wenn jemand mit etwas besseren kommt.

Aber vielleicht gibt es ja eine Lösung ein Antivirus wie in den Film „Resident Evil – The Final Chapter“.

Dann kann der Optimist sagen: Die Hoffnung stirbt als Letztes und der Pessimist aus der Versicherungsbranche ergänzt: Doch am Ende stirbt auch Sie.

 

Peter Hawranke

30.01.2017

Anmerkung: Dieser Artikel ist ein Auszug und ist Teil einer eigens erarbeitenden Studie die noch detailiertier für Akademische Zwecke ist, die insgesamt 15 Seiten umfasst und auf weitere Faktoren, Referenzen und Statistiken aufgebaut ist.

 

Referenzen:

Ruth Lemmer, Reiner Straub, Brauchbare Illegalität (engl. Useful illegality), 2016, Personal Magazin, Edition 2, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG ISSN: 1438-4558, WISO Document number: 011626008, https://www.wiso-net.de/document/PEMA__011626008

Daniel Kahneman, Thinking, Fast and Slow, 2012, Penguin Books, United Kingdom, ISBN: 978-0141-03357-0

Ulrich F. Zwygart, Irrationale Top Manager, 2012, Frankfurt, Frankfurter Allgemeine Buch. ISBN: 978-3-89981-287-9

Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton, Getting to Yes – Negotiating an Agreement without giving in, second Edition, Random House Business Books, 1992, ISBN: 978-1-84-413146-4

German Federal Department of Statistics, Weekly Working Hours 2015, 2016, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension3/3_1_WoechentlicheArbeitszeit.html

 

 

 

 

 

Die Zeit wartet nicht

Von Peter Hawranke

Versicherungsunternehmen und Ihr Vertriebskonzept haben bis zur dritten industriellen Revolution noch gut zusammen gepasst. Doch nun ändert sich dieses mit der Automatisierung und der Industriellen Revolutionstufe 4. Die Versicherungsunternehmen werden mehr und mehr von außerhalb Ihres Geschäftes tangiert und verlieren Marktanteile.

Dabei sind weniger die Insurtecs das Problem, da diese meist nicht mehr als Vermittler oder Assekuradeure sind, und somit auf den Versicherer angewiesen sind bezüglich der Risikoübernahme, sondern die Automobilhersteller, Handelsunternehmen und Suchmaschinen, die das Versicherungsgeschäft mit teils eigenen Risikoträgern in Ihr Geschäft mit einfügen.

Des Weiteren verlieren über die Jahre die klassischen Einstiegssparten an Bedeutung und durch eine immer bessere Vergleichbarkeit via Internet und sofortigen Versicherungsabschluss sinkt die Bindung zum Versicherer und die Ausschließlichkeits- und unabhängigen Vermittler verlieren im Privatkundengeschäft Bestände.

Dieses wird sich nach meiner Einschätzung aber nicht bei den privaten Sparten bleiben, sondern sich mit einfach strukturierten Produkten für den Gewerbebereich ausweiten.

Grund hierfür ist das die meisten Versicherungsvermittler keine Online Strategie haben, und auch nicht über eine Automatisierung Ihrer Prozesse nachdenken, die das Privatmarktgeschäft wieder lukrativer machen würde. Sie stehen sich selbst und den Versicherungsunternehmen damit im Weg neue lukrative Geschäftsfelder zu eröffnen.

Einige Ausschließlichkeitsorganisationen von Versicherungsunternehmen verhindern wichtige Meilensteine und Erweiterungen von notwendigen technischen Erweiterungen, da Sie befürchten, dadurch Geschäft und Bedeutung zu verlieren. Dadurch arbeiten viele noch immer auf die gleiche alte Art mit viel Aufwand, obwohl dieses mit geringen Kosten effizienter und schneller gehen würde.

Dabei wird von Versicherungsunternehmen und Vermittlern eines immer wieder bei der Diskussion um On- und Offline Vertrieb vergessen: Menschen kaufen Versicherungen.

Gemäß verschiedener Studien und Forschern, wird keine Künstliche Intelligenz in der Lage sein, Menschen zu überzeugen und zu motivieren, das können nur Menschen. Somit wäre der Vermittler im Vertrieb nach wie vor wichtig. Dabei geht es nicht nur um Vertrieb, sondern auch im Bereich Schadenmanagement. Technologien können heute bereits viele Aufgaben übernehmen und auch Präventiv zur Schadenvermeidung genutzt werden.

Das würde Resourcen für andere Tätigkeiten freimachen.

Doch hierzu muß sich der Vertrieb  von Versicherungen umstrukturieren und mehr in die Risikoberatung und Servicedienstleistung gehen, als in einen bloßen Produktverkauf mit einem riesigen Bauchladen von Versicherungs-, Energie- und Telekommunikationsprodukten.

Auch wenn es Versicherungsunternehmen gibt die Lösungen erarbeiten, ist es wichtig das auch die Vermittler sich mit dieser Thematik beschäftigen damit Sie die neue Welt auch verstehen und zu Ihren eigenen Vorteil nutzen können.

Besonders die unabhängigen Vermittler sind gefordert, da Sie ansonsten Gefahr laufen Ihre Unabhängigkeit zu verlieren, wenn Sie nur noch über einen Pool die angebotenen Lösungen nutzen, sofern welche vorhanden sind, die dem Bedarf des Kunden und des Vermittlers entsprechen.

Individuelle, innovative Ideen sind von Seiten der unabhängigen Vermittler und der Außschlieslichkeit nicht gekommen. Eine Webseite ist keine Innovation, sondern Standard. Selbst die vorhandenen Webseiten der Vermittler, beschränken sich in der Regel auf Funktionen und soweit man von Mehrwerten und Anwendungen für Kunden sprechen kann, auf den Stand von 1995.

Das Gleiche kann man auch bei einigen Versicherungsunternehmen feststellen, es reicht nicht nur einen Think Tank zu schaffen, es sollten Zielbilder über die Abteilungen hinaus in Zusammenarbeit mit Aussenstehenden erstellt werden.

Technologien sinnvoll zu integrieren und auch neue Möglichkeiten von neuen bislang nicht genutzten Einkommensquellen sollte neuer Antrieb sein um den noch vorhandenen Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

Finanzielle Gründe können bei den erforderlichen Investitionen nicht der Grund sein, da die Vermittler, so auch die Versicherungen nach wie vor über gesicherte Einkommen verfügen und Überschüsse erwirtschaften und die Mischungen aus neuen Technologien, Produkten und Services einen Mehrwert erwirtschaften werden, der über die Investitionen hinaus geht.

Da aufgrund der Demographischen Entwicklung die alten Bestände wegfallen, ist es umso wichtiger die Zeit jetzt zu nutzen um Gegenmaßnahmen einzuleiten, die den demographischen Wegfall von Kunden abfedern, bzw. auffangen wird.

Es ist Zeit von Insurance 1.0 mit einem riesigen Sprung aufzuholen zu Insurance 4.0, denn die Zeit wartet nicht.

 

Peter Hawranke

Januar 2017