Insurance Zombies – Warum einige Versicherungen sterben werden

von Peter Hawranke

Es gibt viele Versicherer und Versicherungsvermittler die Ihre Methode der Geschäftsentwicklung bis heute gar nicht oder nur in kleinen Teilbereichen geändert haben. Diese Versicherer und Vermittler beziehen sich auf die Vergangenheit und Gegenwart die für Sie nach wie vor zufriedenstellend ist und daher entgegen empirischer Belege und Studien, davon ausgehen, das es immer so weitergeht.

Doch im Grundegenommen sind diese Versicherer und Vermittler schon tod. Sie werden derzeit noch von Ihren alten Beständen getragen und den dort durch Vertragsumstellungen, Prämiendynamiken etc. am Leben erhalten und Werten diese Zahlen als “Neugeschäft”.

Beitragsanpassungen, Bestandsgeschäfte etc. als Neugeschäft zu buchen ist nichts anderes als das sogenannte “Fair Value Accounting“. „Fair Value Accounting“ ist in der IFRS 13 geregelt (International Financial Regulation Standards) die es erlaubt ein Asset eines Unternehmens (Patent, Marke, Maschinen, Gebäude etc.) anhand des möglichen Verkaufspreises anhand des gegenwärtig möglichen Marktwertes in der Bilanz aufzuführen. Dieses ermöglicht es Unternehmen in der Bilanz finanziel besser auszusehen, da diese Annahmen des „Fair Value“ nicht gesichert sind und oft zu optimistisch angegeben werden. Dieses ist einer der Gründe für plötzliche Pleiten von scheinbar starken Firmen, besonders in den Anglo-sächsischen Ländern.

Das tatsächliche Neugeschäft wird dadurch bei Versicherer und Versicherungsvermittlern positiver dargestellt, als es tatsächlich ist. Das wird sich aber mit dem Wegsterben der Kunden aus demographischen Gründen und den Generationenwechsel bei den Unternehmen ändern. Das tatsächliche Neugeschäft mit jungen Kunden (18-29 Jahre) machen andere, die Versicherungen eher als Zusatz verkaufen zu Ihren eigentlichen Produkten.

Somit sind die Versicherungen und Vermittler ohne neue Strategie-, neue Produkt- und Marketingansätze bereits die lebenden Toten – Insurance Zombies.

Diese Gesellschaften und Vermittler „Insurance Zombies“ zu nennen, basiert in der Anlehnung auf den Begriff der „Unternehmen Zombies“ ein Begriff aus der Wirtschaftswissenschaft der hier Unternehmen nebst Banken meint, die im Grunde nicht mehr Wettbewerbsfähig sind, doch wegen der Null- und Negativzins Politik überleben.

Aber vielleicht ist es genau was wir brauchen in der Versicherungswelt, eine Evolution, die auf den Tod der „Insurance Zombies“ aufbaut, wie es auch in der Wirtschaft auch vor der gegenwärtigen Zinspolitik üblich war. Die nicht mehr wettbewerbsfähigen gehen insolvent und die Zukunftsfähigen Versicherer kaufen die Bestände  auf und optimieren diese, und profitieren von den günstigen Bestandseinkäufen.

Die Problemmatik liegt auch in der Zusammenstellung

Die Problematik besteht in der Regel darin, das nicht nur vom Management der Versicherer und Vermittler die Problematik erkannt, Verstanden und auch mutig umgesetzt werden muss, sondern das Hauptproblem ist das die „Think Tanks“, „Projekt Gruppen“ etc. entweder zu Versicherungstechnisch denken, oder zu weit weg vom Versicherungsgeschäft sind.

Dieses kann man an den Insurtecs gut beobachten, da diese meistens von Versicherungsfernen- oder nahen Management gelenkt werden. Viele dieser Insurtecs haben aber bisauf einen „Online Sales Channel“ keine wirklichen Innovationen gebracht, obwohl technisch möglich. Selbst die Produkte basieren in der Regel auf bestehende Risikodeckungen die lediglich mit einer Erweiterung der Deckung oder Einschluß eines weiteren Risikos bedacht worden sind. Innovation und Produktentwicklung einer Versicherung sollte mehr als nur in den Bedingungen rumschreiben zu sein.

Auch hier beruht das Modell auf Profitablen Komfort anstatt den Markt tatsächlich langfristig zu verändern. Somit sind viele Insurtecs nur Geldvernichtungsmaschinen für die Versicherer, und sind nur für die Betreiber und Investoren profitabel sofern diese den Verkauf zur Rechten Zeit schaffen. Das ist Investmentstrategie und keine Businessstrategie auf lange Sicht, die ein Versicherer und Vermittler haben sollte.

Dabei sind die verantwortlichen in den jeweiligen Unternehmen in der Regel hoch intelligente Menschen, doch „high intelligence does not make people immune to biases“ (Kahneman, Seite 49, 2012). Genau hier beginnt Management und besonders Change Management.

Jeder ist beeinflusst durch „Systemische Einflüsse“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 71- 76, 2012), „Soziologische Aspekte“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 77- 80, 2012), sowie durch „die Ausbildung der Unis und Business Schools“ (Ulrich F. Zwygart, Seite 131-132, 2012).

Aber was ist erforderlich um diesen entgegen zu wirken in der Praxis? Eine These könnte aus dem Bereich Compliance hierfür nützlich sein. “Diversity mindert das Risiko von Regelverstößen eher als ein Team aus Führungskräften, die alle gleich ticken, zum Beispiel sehr technik verliebt sind und damit Erfolg haben“. (Jutta Rump, Personal Magazin, Seite 2, 2016)

Dieses angewandt für die Versicherungsbranche würde aus meiner Sicht bedeuten, ein Team von verschiedenen Experten [Unternehmensberater, Programmierer, UI Designer, IT, Marketing, Produktentwickler, Insurtec (je nach Projekt), Juristen, Aktuare, Hauptabteilungsleiter und einen externen als Moderator und Projektleiter (dieses kann auch eine externe Beratungsfirma übernehmen)]. Diese Vielfalt auch von Ansichten und herangehensweisen, kann ein weitreichenderes Ergebnis erzielen, als eine seperate oder eintönige Zusammenstellung eines Projektteams.

Sicherlich ist es nicht einfach ein solches Team zu leiten, daher ist es wichtig das von Anfang an gewisse Spielregeln festgelegt werden, die der Moderator dann begleitet und für deren Einhaltung sorgt. Eine wichtige Basis hierfür wäre die Aussage: “Be hard on the Problem, soft on the people” (Harvard Concept, Seite 55, 2012). Vermeidung von Emotionen sollte oberstes Gebot sein, so dass die Sache und Problemlösung ohne Politikum und persönliche Interessen vorangebracht wird und der Fokus im Team effizient darin liegt.

Ich empfehle, das die Teams auch in einer lockeren Atmosphähre Meetings abhalten, da dieses den Teamgeist, Vorurteile und persönliche Barrieren auflösen kann.

Mit Externen redet es sich oft leichter, daher sind Externe unbedingt einzubinden um Ideen aus den eigenen Reihen auch wahrzunehmen, die unter Umständen in den eigenen Reihen aus verschiedenen Gründen nicht kundgetan würden (Hierachie, Karriere Angst etc.).

Programmierer und IT Experten kommunizieren anders als Versicherungsmanager, daher ist es wichtig einen Moderator zu haben der auch gleichzeitig Mediator ist und für beide Seiten übersetzt und ausgleicht.

Technologien einbinden

Das Team sollte via Impulsvorträge inspiriert werden, die neue Technologien, Case Studies vorstellen, die manchmal wie Science Fiction sich anhören, aber dann doch näher an der Implementierung sind als angenommen. Ein Beispiel hierfür wäre der Volocoptor aus Deutschland oder Ehang 184 aus China, die autonomes Fliegen ermöglichen und kurz vor der Serienfertigung stehen. Hierzu habe ich bereits aus Versicherungstechnischer Sicht eine 7 seitige Einschätzung geschrieben, die ich gerne gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro teile.

Diese Technologien und Erneuerungen gehen an den Versicherungen und Ihren Think Tanks etc. ohne weitere Prüfung vorbei, dabei haben allein die beiden erwähnten Technologien ein disruptives Potenzial, wie das Automobil und Flugzeug zuvor, es verbindet beide Transportmöglichkeiten. Was das für eine Chance und auch Risiko für die Versicherungsbranche ist, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Auch das “Internet der Dinge“ bietet viele Chancen für die Versicherungen und neue Produktansätze. Kunden werden durch “Priming“ bereits von großen Unternehmen aus Handel und Technik hierfür sensibilisiert. „Priming“ ist eine Unterschwellige Beinflussung die wir aus Werbung und Marketing Aktionen kennen. Denn was wir kennen und immer wieder gesehen haben, wird vertraut und somit schwindet die Entscheidungshürde zum Erwerb. Denken Sie an ein Kreuzworträtsel. In einer Studie wurden die Priming Effects untersucht und je nachdem mit welchen Themen und Wörtern die Testpersonen geprimed wurden „Eat or Wash“ wurde dann auch das Kreuzworträtsel gelöst: „So_p oder So_p (Soup or Soap) [Kahneman, Seite 52-53, 2012].

Smart Homes sind eine tolle Präventionsmaßnahme, dennoch gibt es nur wenige in der Versicherungsbranche die sich intensiv und Ernsthaft mit diesen Möglichkeiten beschäftigen. Es gibt nun im Markt einen ersten Ernsthaften Versuch als Pilotprojekt eines öffentlichen Versicherers, der in die Richtige Richtung geht, aber meiner Ansicht nach könnte bei zu Hilfe nahme der Gerätehersteller und Sensorenproduzenten, dieses noch effizienter ausgebaut werden. Ein simpler Fenster- oder Rauchsensor über den Router verbunden reicht nicht aus, sondern kann nur als Anfang gesehen werden. Das ist nicht Prävention, das ist nur eine schnelle Übersendung der Schadensanzeige und man ist Live dabei wenn die Küche abbrennt.

Prävention sollte vor dem Schadeneintritt beginnen, dazu gibt es Technologien und Analyse Tools, die dieses können, nur haben viele Hersteller nicht dabei an Versicherungsfälle gedacht geschweige an Versicherungen überhaupt. Eine Zusammenführung der Technologien mit Schnittstellen der verschiedenen Hersteller könnte zu  einer erheblichen Schadenkosten Reduktion führen, und im Notfall ist der Kunde eben versichert. Hier könnten Versicherungen Technologien zusammenführen, da Sie eine Risikoaffinität haben, an die Techniker und Hersteller nicht in Traum daran denken, aber einen echten Mehrwert für alle beinhalten würde.

Versicherungen wären dann der „Notnagel“, und die Technologie, der Service, Assistance das Hauptprodukt.

Es gibt viele Ansätze und Lösungen, und mir ist bewusst wie schwer es ist dieses innerhalb der Unternehmensstrukturen durchzusetzen und ausreichende Finanzielle Mittel dafür zu bekommen, da die Prioritäten im „Alten“ liegen.

Dennoch habe ich selber erfahren, das bei aller Skepsis von Ideen meiner Person, viele dann sehr gut und Ertragreich funktioniert haben. Es ist Entscheidend mutig zu sein und seinen Weg trotz aller Skepsis, auch von den eigenen Vorgesetzten, weiter zu machen. Sobald es implementiert, und erfolgreich verkauft wird, sind alle wieder begeistert. Dann ist es Zeit den Wachstumsplan vorzulegen, der schon die ganze Zeit in der Schublade lag, sowie eine weitere neue Idee. Doch erstmal muss man diese Durststrecke überwinden. Daher rufe ich Sie alle auf: Seien Sie mutig, strecken Sie Ihren Kopf aus dem Alltag heraus und schauen Sie was alles so passiert um Sie herum!

Gerne gebe ich Ihnen auch hierzu ein paar Inputs wenn Sie interesse haben. Ideen beginnen nicht selten mit dem Austausch und dem Offen sein für Neues.

Die die dieses nicht tuen werden, werden wie die Zombies einfach sterben, wenn jemand mit etwas besseren kommt.

Aber vielleicht gibt es ja eine Lösung ein Antivirus wie in den Film „Resident Evil – The Final Chapter“.

Dann kann der Optimist sagen: Die Hoffnung stirbt als Letztes und der Pessimist aus der Versicherungsbranche ergänzt: Doch am Ende stirbt auch Sie.

 

Peter Hawranke

30.01.2017

Anmerkung: Dieser Artikel ist ein Auszug und ist Teil einer eigens erarbeitenden Studie die noch detailiertier für Akademische Zwecke ist, die insgesamt 15 Seiten umfasst und auf weitere Faktoren, Referenzen und Statistiken aufgebaut ist.

 

Referenzen:

Ruth Lemmer, Reiner Straub, Brauchbare Illegalität (engl. Useful illegality), 2016, Personal Magazin, Edition 2, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG ISSN: 1438-4558, WISO Document number: 011626008, https://www.wiso-net.de/document/PEMA__011626008

Daniel Kahneman, Thinking, Fast and Slow, 2012, Penguin Books, United Kingdom, ISBN: 978-0141-03357-0

Ulrich F. Zwygart, Irrationale Top Manager, 2012, Frankfurt, Frankfurter Allgemeine Buch. ISBN: 978-3-89981-287-9

Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton, Getting to Yes – Negotiating an Agreement without giving in, second Edition, Random House Business Books, 1992, ISBN: 978-1-84-413146-4

German Federal Department of Statistics, Weekly Working Hours 2015, 2016, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension3/3_1_WoechentlicheArbeitszeit.html

 

 

 

 

 

Allgemeine Auftragsbedingungen (AAB)

ALLGEMEINE AUFTRAGSBEDINGUNGEN

der Hawranke GmbH Unternehmensberatung

Stand: Januar 2018

 

Die Grundlagen der Auftragsbeziehung

  1. Die Leistungen werden von uns mit angemessener Sorgfalt nach bestem Wissen und Gewissen ausschließlich für Sie als unseren Kunden erbracht.
  2. Wir sind Mitglied des weltweiten Verbundes der Hawranke GmbH [folgend „Hawranke“ genannt] und Ihrer Netzwerke und Marken.
  3. Die Leistungen erbringen wir für Sie als unabhängiger Vertragspartner und nicht als Ihr Mitarbeiter, Vertreter, Gesellschafter oder Mitunternehmer. Weder Sie noch wir

sind berechtigt, ermächtigt oder befugt, die jeweils andere Vertragspartei zu verpflichten.

  1. Wir sind berechtigt, Teile der Leistungen an andere oder sonstige Dienstleister als

Unterauftragnehmer zu vergeben, die direkt mit Ihnen in Kontakt treten können. Die Verantwortlichkeit für die Arbeitsergebnisse (vgl. Definition in Ziff. 11), die Erbringung

der Leistungen und für unsere sonstigen aus der Projektvereinbarung resultierenden Verpflichtungen liegt ausschließlich bei uns.

  1. Im Zusammenhang mit unseren Leistungen übernehmen wir keine Aufgaben der Geschäftsführung. Für die Nutzung oder Umsetzung der Ergebnisse unserer Leistungen sind wir nicht verantwortlich.

 

Ihre Verantwortlichkeiten

  1. Sie benennen uns einen qualifizierten Ansprechpartner für die Begleitung unserer Leistungen. Sie sind verantwortlich für sämtliche Geschäftsführungsentscheidungen im

Zusammenhang mit unseren Leistungen, die Nutzung oder Umsetzung der Ergebnisse unserer Leistungen und die Entscheidung darüber, inwieweit unsere Leistungen für Ihre

Zwecke geeignet sind.

  1. Sie werden (oder veranlassen andere) uns sämtliche für die Erbringung der Leistungen erforderlichen Informationen, Ressourcen und Unterstützung (einschließlich des Zugangs zu Unterlagen, Systemen, Räumlichkeiten und Personen) unverzüglich zur Verfügung stellen.
  2. Sämtliche Informationen, die uns von Ihnen oder in Ihrem Auftrag zur Verfügung gestellt werden („Kunden- oder Projektinformationen“) müssen richtig und vollständig

sein. Sie stellen sicher, dass uns zur Verfügung gestellte Informationen weder Urheberrechte noch sonstige Rechte Dritter verletzen.

  1. Wir sind berechtigt, uns auf uns zur Verfügung gestellte Informationen zu verlassen und sind, sofern nicht ausdrücklich etwas Abweichendes vereinbart wurde, nicht dafür verantwortlich, diese zu bewerten oder deren Richtigkeit zu überprüfen.
  2. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass Ihre Mitarbeiter die Ihnen gemäß der Projektvertrages obliegenden Pflichten einhalten.

 

Unsere Arbeitsergebnisse

  1. Mit Ausnahme der Kundeninformationen sind sämtliche Informationen, Beratungsleistungen, Empfehlungen odersonstige Inhalte von Berichten, Präsentationen oder sonstigen Mitteilungen, die wir Ihnen in Erfüllung der

Mandatsvereinbarung zur Verfügung stellen (die„Arbeitsergebnisse“), ausschließlich (im Einklang mit dem 1 Begriffe, die nicht in diesen Allgemeinen Auftragsbedingungen

definiert werden, sind im Anschreiben definiert. Zweck der Leistungen) zu Ihrer internen Verwendung bestimmt.

  1. Sie sind nicht dazu berechtigt, Arbeitsergebnisse (ebenso wie einen Teil oder eine Zusammenfassung eines solchen) gegenüber Dritten (einschließlich Ihrer verbundenen

Unternehmen) offenzulegen oder sich auf uns oder eines anderen Netzwerkers von Hawranke im Zusammenhang mit den Leistungen zu beziehen; dies gilt nicht

 

(a) gegenüber Ihren Rechtsanwälten, wenn diese, vorbehaltlich dieses Offenlegungsverbots, die Arbeitsergebnisse ausschließlich dazu prüfen, Sie im

Zusammenhang mit den Leistungen zu beraten,

(b) soweit Sie aufgrund eines Gesetzes zur Offenlegung (über die Sie uns soweit zulässig unverzüglich in Kenntnis setzen) verpflichtet sind, oder

(c) gegenüber anderen Personen oder Unternehmen (einschließlich Ihrer verbundenen Unternehmen) wenn wir zuvor schriftlich unsere Zustimmung erteilt haben, diese

unsere Informationsvereinbarung unterzeichnet haben und diese die Arbeitsergebnisse lediglich im Rahmen der erteilten Zustimmung verwenden. Soweit Sie dazu berechtigt sind, Arbeitsergebnisse (oder Teile davon) offen zu legen, ist es Ihnen dennoch nicht

gestattet, Änderungen, Bearbeitungen oder Modifizierungen der Arbeitsergebnisse vorzunehmen.

  1. Sie sind dazu berechtigt, Zusammenfassungen, Berechnungen oder Tabellen, die in einem Arbeitsergebnis enthalten sind und auf Kundeninformationen basieren, in

Dokumente, die Sie zu verwenden beabsichtigen, aufzunehmen, nicht jedoch unsere Empfehlungen, Schlussfolgerungen oder Feststellungen. Sie übernehmen die alleinige Verantwortung für den Inhalt solcher Dokumente, und Sie sind nicht dazu berechtigt gegenüber Dritten – direkt oder indirekt – auf uns oder ein anderes Mitglied eines Hawranke Netzwerkes im Zusammenhang mit diesen zu verweisen.

  1. Sie sind nicht dazu berechtigt, sich auf die Entwurfs-fassung eines Arbeitsergebnisses (die unverbindlich ist) zu verlassen, sondern lediglich auf dessen finale schriftliche Fassung. Entwurfsfassungen eines Arbeitsergebnisses dienen lediglich unseren internen Zwecken und/oder der Abstimmung mit Ihnen und stellen demzufolge nur eine Vorstufe des Arbeitsergebnisses dar und sind weder final

noch verbindlich und erfordern eine weitere Durchsicht. Wir sind nicht dazu verpflichtet, ein finales Arbeitsergebnis im Hinblick auf Umstände, die uns seit dem im Arbeitsergebnis benannten Zeitpunkt des Abschlusses unserer Tätigkeit oder – in Ermangelung eines solchen Zeitpunkts – der Auslieferung des Arbeitsergebnisses zur Kenntnis gelangt sind oder eintreten, zu aktualisieren. Dies gilt dann nicht, wenn etwas anderes vereinbart wurde.

 

Haftungsbeschränkung

  1. Wir haften auf Schadens- oder Aufwendungsersatz im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für die Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
  2. Für sonstige Schäden haften wir ausschließlich nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen. Wir haften nach den gesetzlichen Bestimmungen für Schäden, die durch arglistiges Verhalten, Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden. Bei einfacher Fahrlässigkeit haften wir begrenzt auf die Höhe des vertragstypischen vorhersehbaren Schadens. Die Parteien werden den angesichts der Haftungsrisiken aus des jeweiligen Projektvertrages sich ergebenden Betrag des vertragstypischen

vorhersehbaren Schadens jeweils gesondert für die jeweilige Mandatsvereinbarung vereinbaren. Dies gilt auch, wenn eine Haftung gegenüber einer anderen Person als

Ihnen begründet sein sollte; in diesem Fall findet § 334 BGB Anwendung. Sollte in der jeweiligen Mandatsvereinbarung keine Haftungsobergrenze vereinbart sein, haften wir

jeweils bis zur Höhe der vereinbarten Vergütung.

  1. Ein Schadensersatzanspruch kann nur innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr geltend gemacht werden, nach dem der Anspruchsberechtigte von dem Schaden und von dem anspruchsbegründenden Ereignis Kenntnis erlangt hat, spätestens aber innerhalb von fünf Jahren nach dem anspruchsbegründenden Ereignis. Der Anspruch erlischt, wenn nicht innerhalb einer Frist von sechs Monaten seit der schriftlichen Ablehnung der Ersatzleistung Klage erhoben wird, sofern Sie auf diese Folge hingewiesen wurden. Die vorgenannte Ausschlussfrist gilt nicht für Ansprüche

nach § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB. Das Recht, die Einrede der Verjährung geltend zu machen, bleibt unberührt.

  1. Sie sind nicht dazu berechtigt, vertragliche Ansprüche oder Verfahren im Zusammenhang mit den Leistungen oder generell auf der Grundlage des Projektvertrages gegen ein anderes Hawranke unternehmen oder Marke oder dessen oder unsere Unterauftragnehmer, Mitglieder, Anteilseigner, Geschäftsführungsmitglieder, Partner oder Mitarbeiter („Hawranke Personen“) geltend zu machen bzw. anzustrengen.

 

Haftungsfreistellung

  1. Sie sind dazu verpflichtet, uns, andere Hawranke unternehmen, Marken, Netzwerke und Hawranke-Personen von allen Ansprüchen Dritter (einschließlich Ihrer verbundenen Unternehmen und Anwälte) sowie daraus folgenden Verpflichtungen, Schäden, Kosten und Aufwendungen (insbesondere angemessene externe Anwaltskosten) freizustellen, die aus der Verwendung des Arbeitsergebnisses durch Dritte oder weil ein Dritter auf das Arbeitsergebnis vertraut, resultieren und die Weitergabe direkt oder indirekt durch Sie oder auf Ihre Veranlassung erfolgt ist. Diese Verpflichtung besteht nicht in dem Umfang, wie wir uns ausdrücklich schriftlich damit einverstanden erklärt haben, dass der Dritte auf das Arbeitsergebnis vertrauen darf.

 

Nutzungsrechte

  1. Im Rahmen der Erbringung unserer Leistungen sind wir berechtigt, Daten, Software, Muster, Hilfsmittel, Tools, Modelle, Systeme sowie andere Methoden und Fachwissen

(„Know-How“) zu nutzen, die in unserem Eigentum stehen. Ungeachtet der Auslieferung des Arbeitsergebnisses verbleibt das geistige Eigentum am Know-How (einschließlich der im Rahmen der Erbringung der Leistungen entwickelten Verbesserungen oder der erworbenen Kenntnisse) und an sämtlichen im Rahmen der Leistungen zusammengestellten Arbeitspapieren (mit Ausnahme der in diesen wiedergegebenen

Kundeninformationen) weiterhin bei uns.

 

Vertraulichkeit

  1. Soweit im Projektvertrag nichts anderweitiges geregelt ist, ist keine der Vertragsparteien dazu berechtigt, die Inhalte des Projektvertrages oder sonstige

Informationen, die von der jeweils anderen Vertragspartei oder in deren Namen zur Verfügung gestellt wurden und nach vernünftigen Erwägungen vertraulich sind und/oder als schützenswert zu behandeln sind, gegenüber Dritten offen zu legen.

 

Den Vertragsparteien ist eine Offenlegung solcher Informationen jedoch gestattet, soweit sie

(a) ohne Verstoß gegen den Projektvertrag öffentlich bekannt geworden sind oder öffentlich bekannt werden,

(b) der Empfänger nach Abschluss des Projektvertrages von einem Dritten erhalten hat, der nach Kenntnis des Empfängers gegenüber der offenlegenden Partei im Hinblick auf die Informationen nicht zur Vertraulichkeit verpflichtet ist,

(c) dem Empfänger bereits zum Zeitpunkt der Offenlegung bekannt waren oder danach unabhängig entwickelt wurden,

(d) offen gelegt werden soweit dies erforderlich ist, um die Rechte des Empfängers aus dem Projektvertrag durchzusetzen,

(e) aufgrund gesetzlicher Vorschriften offen gelegt werden müssen.

 

  1. Den Vertragsparteien ist die Verwendung elektronischer Medien zum Austausch und zur Übermittlung von Informationen gestattet. Eine solche Verwendung stellt per

se keinen Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflichten gemäß des Projektvertrages dar. Den Vertragsparteien ist bewusst, dass die elektronische Übermittlung von

Informationen (insbesondere per E-Mail) Risiken birgt.

  1. Wir sind berechtigt, für Zwecke im Zusammenhang mit der Erbringung unserer Leistungen, zur Einhaltung berufsrechtlicher Vorschriften, zur Vermeidung von

Interessenskonflikten, zum Zwecke des Qualitäts- und Risikomanagements, der Rechnungslegung und/oder im Zusammenhang mit der Erbringung anderer administrativer und IT-Unterstützungsleistungen (zusammen

„Verarbeitungszwecke“) Kundeninformationen an andere Hawranke unternehmen, Marken, Hawranke-Personen und Dritte, die in unserem Auftrag handeln, weiterzugeben, die solche Daten in den verschiedenen Jurisdiktionen, in denen sie tätig sind, erheben, verwenden, übertragen, speichern oder anderweitig verarbeiten können (zusammen „verarbeiten“). Wir sind Ihnen gegenüber für die Sicherstellung der

Vertraulichkeit Ihrer Kundeninformationen verantwortlich. Eine entsprechende Einwilligungserklärung ist in dem Projektvertrag zur Unterschrift eingefügt.

 

Datenschutz

  1. Für die unter Ziff. 23 genannten Verarbeitungszwecke sind

wir und andere Hawranke unternehmen, Marken, Hawranke-Personen und Dritte, die

in unserem Auftrag handeln, dazu berechtigt, Kundeninformationen, die bestimmten Personen zugeordnet werden können („personenbezogene Daten“), in den verschiedenen Jurisdiktionen, in denen wir und diese tätig sind (eine Aufstellung der Standorte der Hawranke unternehmen sind unter www.hawranke.eu abrufbar), zu verarbeiten. Wir verarbeiten personenbezogene Daten ausschließlich in Übereinstimmung mit berufsrechtlichen Vorschriften und geltendem Recht unter Beachtung des BDSG. Wir verpflichten sämtliche Auftragnehmer, die in unserem

Auftrag personenbezogene Daten verarbeiten, sich ebenfalls an diese Bestimmungen zu halten.

  1. Sie garantieren uns, dass Sie befugt sind, uns personenbezogene Daten im Zusammenhang mit der Erbringung unserer Leistungen zur Verfügung zu stellen und

dass die uns zur Verfügung gestellten personenbezogenen Daten in Übereinstimmung mit geltendem Recht verarbeitet wurden.

 

Vergütung

  1. Ihre Vergütungsverpflichtung umfasst die Zahlung unserer Vergütung und bestimmter Auslagen für unsere Leistungen in Übereinstimmung mit der entsprechenden Leistungsbeschreibung bzw. deren Anlagen. Sie sind

zudem verpflichtet, uns weitere angemessene Auslagen zu erstatten, die uns im Rahmen der Erbringung unserer Leistungen entstanden sind. Unsere Vergütung versteht sich exklusive Steuern oder ähnlichen Aufwendungen oder Zöllen, Gebühren oder Abgaben, die im Zusammenhang mit den Leistungen anfallen; diese sind von Ihnen zu tragen (mit Ausnahme der allgemeinen Besteuerung des Einkommens).

Wir können angemessene Vorschüsse auf unsere Vergütung und Auslagenersatz verlangen und die Auslieferung unserer Arbeitsergebnisse von der vollen Befriedigung unserer Ansprüche abhängig machen. Soweit in der Leistungsbeschreibung nicht anderweitig geregelt, ist die Vergütung sofort nach Zugang unserer Rechnung fällig

  1. Wir haben Anspruch auf eine zusätzliche Vergütung, soweit Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereichs (einschließlich Ihrer Handlungen oder Unterlassungen) uns

daran hindern, die Leistungen wie ursprünglich geplant zu erbringen oder wenn Sie uns mit der Wahrnehmung zusätzlicher Aufgaben betrauen.

  1. Soweit wir von Gesetzes wegen oder aufgrund richterlicher oder sonstiger hoheitlicher Anordnung verpflichtet sind, Informationen als Beweismittel oder Personal als Zeugen im Zusammenhang mit unseren Leistungen oder des Projektvertrages zur Verfügung zu stellen, sind Sie dazu verpflichtet, uns den dadurch entstandenen Zeit- und Kostenaufwand (inklusive externer Rechtsberatungskosten), zu erstatten, sofern wir nicht selbst Partei des Verfahrens bzw. Subjekt der Ermittlungen sind oder soweit wir nicht durch staatliche Stellen entschädigt werden.

 

Höhere Gewalt

  1. Keine der Vertragsparteien ist für einen Bruch des Projektvertrages verantwortlich (mit Ausnahme von Zahlungsverpflichtungen), wenn diese durch Umstände verursacht wurde, die außerhalb des Einflussbereiches der Vertragsparteien liegen („höhere Gewalt“).

 

Laufzeit und Beendigung

  1. Die Bedingungen des Projektvertrages finden unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Ausführung für die Leistungen des Projektvertrages Anwendung (einschließlich solcher Leistungen, die vor Unterzeichnung des Projektvertrages erbracht wurden).
  2. Die Mandatsvereinbarung endet mit dem Abschluss der Leistungen. Jede Vertragspartei ist berechtigt, den Projektvertrag bzw. eine bestimmte Leistung

vorzeitig unter Einhaltung einer Frist von 90 Tagen schriftlich zu kündigen. Darüber hinaus sind wir zur fristlosen Kündigung des Projektvertrages bzw. einer

bestimmten Leistung berechtigt, wenn wir aus vernünftigen Erwägungen zu dem Schluss kommen, die Leistungen nicht mehr in Übereinstimmung mit geltendem Recht oder unseren Berufspflichten erbringen zu können. §§ 626 und 627 BGB bleiben unberührt.

  1. Sie sind verpflichtet, uns bereits begonnene oder abgeschlossene Leistungen zu vergüten, sowie entstandene Aufwendungen und Auslagen zu ersetzen, die

uns bis zum Tag der Beendigung des Projektvertrages entstanden sind.

  1. Unsere jeweiligen Verschwiegenheitspflichten gemäß des Projektvertrages gelten für eine Zeitdauer von 5 Jahren nach Beendigung der Mandatsvereinbarung fort.

Sämtliche andere Bestimmungen des Projektvertrages, die Rechte und Pflichten der

Vertragsparteien über die Beendigung des Projektvertrages hinaus begründen, gelten auch nach Beendigung derselben zeitlich unbegrenzt fort.

 

Anwendbares Recht und Gerichtsstand

  1. Auf den Projektvertrag und sämtliche außervertraglichen Angelegenheiten oder Verpflichtungen, die sich aus der Mandatsvereinbarung oder den Leistungen ergeben, findet deutsches Recht Anwendung.
  2. Ausschließlicher Gerichtsstand für alle in Verbindung mit des Projektvertrages oder den Leistungen entstehenden Rechtsstreitigkeiten ist Hamburg, Deutschland, oder nach unserer Wahl,

(i) das Gericht, bei dem unsere mit der Erbringung der Leistungen schwerpunktmäßig befasste Niederlassung ihren Sitz hat

oder

(ii) die Gerichte an dem Ort, an dem Sie Ihren Sitz haben.

 

Sonstiges

  1. Der Projektvertrag stellt die gesamte Vereinbarung im Hinblick auf die Leistungen und die sonstigen im Projektvertrag geregelten Angelegenheiten zwischen den Vertragsparteien dar und ersetzt alle vorangegangenen diesbezüglichen Vereinbarungen, Übereinkünfte und Erklärungen, einschließlich früher geschlossener Vertraulichkeitsvereinbarungen.
  2. Bei fehlen eines formellen Projektvertrages, gilt die Beauftragung als bestätigt, wenn Hawranke-Personen oder Unternehmen mit Aufgaben in schriftlicher Form auch elektronisch beauftragt werden. Als Berechnungsgrundlage werden Standard Stunden- und Tagessätze berechnet.
  3. Der Projektvertag und/oder dienLeistungsbeschreibung (sowie Änderungen derselben) bedürfen der Schriftform gem. § 126 Abs. 1 BGB. Für die Wirksamkeit des Projektvertrages ist es ausreichend, wenn jede der Vertragsparteien eine separate Ausfertigungn desselben Dokuments unterzeichnet.
  4. Jede Partei sichert der anderen zu, dass die Person, die den Projektvertrag und/oder die Leistungsbeschreibung in ihrem Namen unterzeichnen, berechtigt sind, die jeweilige Partei vertraglich zu binden. Sie sichern zu, dass Ihre verbundenen Unternehmen oder andere Parteien, für die die Leistungen erbracht werden, an

die Bedingungen des Projektvertrages und der Leistungsbeschreibung gebunden sind.

  1. Sie stimmen hiermit zu, dass wir und die anderen Hawranke unternehmen, Marken und Netzwerke für andere Kunden – einschließlich Ihrer Wettbewerber – tätig werden dürfen.
  2. Eine Abtretung der Rechte, Pflichten oder Ansprüche aus dem Projektvertrag ist nicht zulässig.
  3. Sollten eine oder mehrere Bestimmungen des Projektvertrages teilweise oder vollständig unwirksam, nichtig oder in sonstiger Weise undurchführbar sein, so

berührt dies nicht die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen.

  1. Bei Widersprüchen oder Unklarheiten zwischen den Bestimmungen des Projektvertrages gilt folgende Rangfolge (sofern nicht ausdrücklich etwas anderes

vereinbart ist):

(a) das Anschreiben, (b) die entsprechende Leistungsbeschreibung, (c) die Einwilligungserklärung, (d) diese Allgemeinen Auftragsbedingungen und (e) die übrigen

Anlagen zum Projektvertrag.

  1. Keine Partei ist berechtigt, den Namen, das Logo oder die Marke der jeweils anderen Partei ohne deren vorherige Zustimmung zu verwenden oder darauf Bezug zu nehmen. Sofern wir Ihre vorherige Zustimmung durch die beiliegende Einwilligungserklärung erhalten, dürfen wir Ihre Firmierung öffentlich im Zusammenhang mit den erbrachten Leistungen oder auf andere Art Sie als unseren Kunden nennen.
  2. Hawranke unternehmen und Hawranke-Personen sind berechtigt, sich auf die

Beschränkungen aus Ziff. 15 bis 18 und die Bestimmungen der Ziff. 19, 23, 24 und 39 zu berufen.

  1. Sonn- und Feiertage werden nach Möglichkeit als Auftragsfreie Zeit gesehen, sollte der Auftraggeber auf eine Aufgabenerledigung, Durchführung an einen Sonn- und Feiertag bestehen, wird hier ein Aufschlag von 50 (fünfzig) Prozent erhoben.

Impressum

Verantwortlich für die Webseite:

Hawranke GmbH

Rödingsmarkt 9

20459 Hamburg

Deutschland / Germany

Email: Fragen@hawranke.eu

Tel.: +49 40 645 666 19

HRB: 145 866 beim Amtsgericht Hamburg

Geschäftsführer: Peter Hawranke

Die Zeit wartet nicht

Von Peter Hawranke

Versicherungsunternehmen und Ihr Vertriebskonzept haben bis zur dritten industriellen Revolution noch gut zusammen gepasst. Doch nun ändert sich dieses mit der Automatisierung und der Industriellen Revolutionstufe 4. Die Versicherungsunternehmen werden mehr und mehr von außerhalb Ihres Geschäftes tangiert und verlieren Marktanteile.

Dabei sind weniger die Insurtecs das Problem, da diese meist nicht mehr als Vermittler oder Assekuradeure sind, und somit auf den Versicherer angewiesen sind bezüglich der Risikoübernahme, sondern die Automobilhersteller, Handelsunternehmen und Suchmaschinen, die das Versicherungsgeschäft mit teils eigenen Risikoträgern in Ihr Geschäft mit einfügen.

Des Weiteren verlieren über die Jahre die klassischen Einstiegssparten an Bedeutung und durch eine immer bessere Vergleichbarkeit via Internet und sofortigen Versicherungsabschluss sinkt die Bindung zum Versicherer und die Ausschließlichkeits- und unabhängigen Vermittler verlieren im Privatkundengeschäft Bestände.

Dieses wird sich nach meiner Einschätzung aber nicht bei den privaten Sparten bleiben, sondern sich mit einfach strukturierten Produkten für den Gewerbebereich ausweiten.

Grund hierfür ist das die meisten Versicherungsvermittler keine Online Strategie haben, und auch nicht über eine Automatisierung Ihrer Prozesse nachdenken, die das Privatmarktgeschäft wieder lukrativer machen würde. Sie stehen sich selbst und den Versicherungsunternehmen damit im Weg neue lukrative Geschäftsfelder zu eröffnen.

Einige Ausschließlichkeitsorganisationen von Versicherungsunternehmen verhindern wichtige Meilensteine und Erweiterungen von notwendigen technischen Erweiterungen, da Sie befürchten, dadurch Geschäft und Bedeutung zu verlieren. Dadurch arbeiten viele noch immer auf die gleiche alte Art mit viel Aufwand, obwohl dieses mit geringen Kosten effizienter und schneller gehen würde.

Dabei wird von Versicherungsunternehmen und Vermittlern eines immer wieder bei der Diskussion um On- und Offline Vertrieb vergessen: Menschen kaufen Versicherungen.

Gemäß verschiedener Studien und Forschern, wird keine Künstliche Intelligenz in der Lage sein, Menschen zu überzeugen und zu motivieren, das können nur Menschen. Somit wäre der Vermittler im Vertrieb nach wie vor wichtig. Dabei geht es nicht nur um Vertrieb, sondern auch im Bereich Schadenmanagement. Technologien können heute bereits viele Aufgaben übernehmen und auch Präventiv zur Schadenvermeidung genutzt werden.

Das würde Resourcen für andere Tätigkeiten freimachen.

Doch hierzu muß sich der Vertrieb  von Versicherungen umstrukturieren und mehr in die Risikoberatung und Servicedienstleistung gehen, als in einen bloßen Produktverkauf mit einem riesigen Bauchladen von Versicherungs-, Energie- und Telekommunikationsprodukten.

Auch wenn es Versicherungsunternehmen gibt die Lösungen erarbeiten, ist es wichtig das auch die Vermittler sich mit dieser Thematik beschäftigen damit Sie die neue Welt auch verstehen und zu Ihren eigenen Vorteil nutzen können.

Besonders die unabhängigen Vermittler sind gefordert, da Sie ansonsten Gefahr laufen Ihre Unabhängigkeit zu verlieren, wenn Sie nur noch über einen Pool die angebotenen Lösungen nutzen, sofern welche vorhanden sind, die dem Bedarf des Kunden und des Vermittlers entsprechen.

Individuelle, innovative Ideen sind von Seiten der unabhängigen Vermittler und der Außschlieslichkeit nicht gekommen. Eine Webseite ist keine Innovation, sondern Standard. Selbst die vorhandenen Webseiten der Vermittler, beschränken sich in der Regel auf Funktionen und soweit man von Mehrwerten und Anwendungen für Kunden sprechen kann, auf den Stand von 1995.

Das Gleiche kann man auch bei einigen Versicherungsunternehmen feststellen, es reicht nicht nur einen Think Tank zu schaffen, es sollten Zielbilder über die Abteilungen hinaus in Zusammenarbeit mit Aussenstehenden erstellt werden.

Technologien sinnvoll zu integrieren und auch neue Möglichkeiten von neuen bislang nicht genutzten Einkommensquellen sollte neuer Antrieb sein um den noch vorhandenen Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

Finanzielle Gründe können bei den erforderlichen Investitionen nicht der Grund sein, da die Vermittler, so auch die Versicherungen nach wie vor über gesicherte Einkommen verfügen und Überschüsse erwirtschaften und die Mischungen aus neuen Technologien, Produkten und Services einen Mehrwert erwirtschaften werden, der über die Investitionen hinaus geht.

Da aufgrund der Demographischen Entwicklung die alten Bestände wegfallen, ist es umso wichtiger die Zeit jetzt zu nutzen um Gegenmaßnahmen einzuleiten, die den demographischen Wegfall von Kunden abfedern, bzw. auffangen wird.

Es ist Zeit von Insurance 1.0 mit einem riesigen Sprung aufzuholen zu Insurance 4.0, denn die Zeit wartet nicht.

 

Peter Hawranke

Januar 2017